Home / Hausarzt / Gelenkinfiltration

Infiltration · ehrlich beraten

Gelenkinfiltration in Meilen – gezielt mit Ultraschall

Schmerzen im Knie oder in der Schulter, die trotz Schonung und Therapie nicht besser werden? Eine Infiltration kann Entzündung und Schmerz vorübergehend lindern. Wir klären zuerst, ob sie Ihnen wirklich hilft und was Sie erwarten dürfen.

Dr. med. Abdurrahman Altuntas · Innere Medizin & Nephrologie

Infiltration an der Schulter unter Ultraschallkontrolle
Wirkstoffmeist Kortison, oft mit Betäubung
Eingriffkurze Spritze in der Praxis
Wirkungvorübergehend, nicht bei allen
Abstandoft mindestens 12 Wochen

Wann kommt eine Infiltration in Frage?

Sie ist meist nicht der erste Schritt, sondern eine Ergänzung, wenn ein entzündetes Gelenk trotz anderer Massnahmen schmerzt oder Sie wegen der Schmerzen nicht trainieren können.

  • Infiltration am Knie: zum Beispiel bei einem Schub einer Kniearthrose mit Schwellung
  • Infiltration an der Schulter: zum Beispiel bei schmerzhafter Reizung im Schulterbereich
  • Reizungen um das Gelenk: zum Beispiel an Schleimbeuteln oder Sehnenansätzen
  • Weitere Gelenke: nach Abklärung im Einzelfall

Was die Spritze nicht kann

Eine Kortisonspritze baut keinen Knorpel auf und heilt keine Arthrose. Bewegung und Physiotherapie wirken langfristig meist besser. Die Spritze kann helfen, eine schmerzhafte Phase zu überbrücken. Wird bald ein Kunstgelenk im Knie geplant, sollte rund drei Monate davor kein Kortison mehr gespritzt werden.

So läuft die Gelenkinfiltration ab

  1. Abklärung – Gespräch und Untersuchung des Gelenks. Woher kommt der Schmerz, und ist eine Spritze sinnvoll?
  2. Aufklärung – Wir besprechen Nutzen, Risiken und Alternativen und fragen nach Blutverdünnern, Diabetes und Allergien.
  3. Desinfektion – Die Einstichstelle wird sorgfältig desinfiziert, damit keine Keime ins Gelenk gelangen.
  4. Spritze – Das Medikament wird gezielt eingespritzt. Das dauert nur kurz.
  5. Danach – Wir sagen Ihnen, wie Sie das Gelenk in den nächsten Tagen belasten dürfen und wann Sie sich melden sollen.

Wann wir nicht spritzen

Eine Infiltration ist nicht geeignet, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Infektion oder Wunde an der Einstichstelle
  • Verdacht auf eine bakterielle Gelenkentzündung
  • fieberhafter Infekt oder allgemeine Infektion
  • noch ungeklärte Ursache der Beschwerden

Risiken und Nebenwirkungen

Die meisten vertragen die Spritze gut. Trotzdem sollten Sie wissen, was vorkommen kann:

Wie oftMögliche ReaktionWas tun
häufigerSchmerzen oder Schwellung an der Einstichstellemeist vorübergehend, Gelenk schonen, bei Zunahme melden
möglich bei Diabetesvorübergehend höherer BlutzuckerWerte in den Tagen danach enger kontrollieren
bei wiederholter Anwendunghellere Haut an der Einstichstelle, geschwächte Sehnen oder BänderAbstände einhalten, Nutzen neu beurteilen
selten, etwa 4 von 10'000 SpritzenInfektion des Gelenkssofort melden: Hitze, Rötung, starke Schmerzen, Fieber

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Notfällen: 144, Ärztefon 0800 33 66 55.

Häufige Fragen zur Infiltration

Was ist eine Gelenkinfiltration?

Bei einer Infiltration spritzt die Ärztin oder der Arzt ein Medikament gezielt in ein Gelenk oder in das Gewebe darum herum. Meist ist es ein Kortisonpräparat, oft zusammen mit einem örtlichen Betäubungsmittel.

Wie lange wirkt eine Kortisonspritze im Knie?

Das ist unterschiedlich. Bei Kniearthrose lindert Kortison die Beschwerden bei etwa 10 bis 20 von 100 Betroffenen spürbar, und zwar für bis zu rund 8 Wochen. Die Ursache der Arthrose behebt die Spritze nicht.

Wie oft darf man Kortison ins Gelenk spritzen?

Nicht beliebig oft, denn wiederholte Spritzen stehen im Verdacht, den Knorpel zu schwächen. Empfohlen wird oft ein Abstand von mindestens 12 Wochen und in der Regel höchstens 3 bis 4 Spritzen pro Jahr und Gelenkregion.

Tut die Infiltration weh?

Die meisten spüren vor allem einen kurzen Einstich und etwas Druck. In den Tagen danach kann die Stelle schmerzen oder anschwellen. Das klingt normalerweise von selbst wieder ab.

Was ist mit Hyaluronsäure?

Ein Nutzen ist nicht klar belegt: In den aussagekräftigsten Studien zur Kniearthrose schnitt Hyaluronsäure nicht besser ab als eine Kochsalzspritze. Das besprechen wir offen, falls Sie danach fragen.

Darf ich die Spritze trotz Blutverdünner bekommen?

Das hängt vom Medikament und vom Gelenk ab. Sagen Sie uns unbedingt vorher, welche Blutverdünner Sie einnehmen, und setzen Sie sie nicht selbst ab.

Wann muss ich mich nach der Spritze melden?

Melden Sie sich sofort bei starken oder zunehmenden Schmerzen, wenn das Gelenk heiss, gerötet oder deutlich geschwollen wird oder wenn Sie Fieber bekommen. Das könnte auf eine Gelenkinfektion hinweisen. Sie ist selten, muss aber rasch behandelt werden.

Gelenkschmerzen abklären

Im Gespräch klären wir, ob eine Infiltration für Ihr Knie, Ihre Schulter oder ein anderes Gelenk in Frage kommt.