Die Versicherungsmodelle im Überblick
In der obligatorischen Grundversicherung sind die Leistungen bei allen Modellen gleich. Unterschiedlich ist nur, wen Sie zuerst kontaktieren müssen – und entsprechend die Höhe der Prämie.
| Modell | Erste Anlaufstelle | Prämie |
|---|---|---|
| Standard (freie Arztwahl) | jede Ärztin, jeder Arzt direkt | am höchsten |
| Hausarztmodell | Ihre gewählte Hausarztpraxis | tiefer |
| HMO | ein Gesundheitszentrum (HMO-Praxis) | tiefer |
| Telmed | telefonische oder Online-Beratung der Kasse | oft am tiefsten |
Wie viel Sie mit einem alternativen Modell sparen, hängt von Krankenkasse, Wohnort, Alter und Franchise ab. Ein Vergleich lohnt sich jedes Jahr.
So funktioniert das Hausarztmodell
Im Hausarztmodell wählen Sie eine Hausarztpraxis aus der Liste Ihrer Krankenkasse. Bei gesundheitlichen Problemen gehen Sie immer zuerst dorthin. Braucht es einen Spezialisten, ein Röntgen ausserhalb oder eine Therapie, stellt Ihr Hausarzt eine Überweisung aus.
Der Vorteil: Eine Person behält den Überblick über Ihre Gesundheit, Ihre Medikamente und Befunde. Doppeluntersuchungen werden vermieden, und Sie haben eine feste Ansprechperson – gerade bei chronischen Krankheiten ein grosses Plus.
Ausnahmen: wohin Sie direkt dürfen
Die meisten Krankenkassen erlauben im Hausarztmodell einige Ausnahmen ohne Überweisung. Häufig sind dies:
- Notfälle
- gynäkologische Vorsorge
- Augenärztin oder Augenarzt
- Kinderärztin oder Kinderarzt für Kinder
- Zahnärztliche Behandlungen (ohnehin meist nicht über die Grundversicherung)
Die genauen Regeln stehen in den Versicherungsbedingungen Ihrer Kasse. Gehen Sie ohne Überweisung zu einem Spezialisten, obwohl keine Ausnahme gilt, kann die Krankenkasse die Kosten ablehnen oder Sie ins teurere Standardmodell zurückstufen.
So funktioniert Telmed
Bei Telmed rufen Sie vor jedem Arztbesuch eine medizinische Beratungsstelle an oder nutzen deren App. Dort entscheidet eine Fachperson, ob Sie selbst behandeln können, zur Hausärztin, zum Spezialisten oder ins Spital gehen sollen. Danach müssen Sie sich meist an diese Empfehlung halten.
Telmed passt zu Menschen, die selten krank sind und gern telefonisch abklären. Wer regelmässig ärztliche Betreuung braucht, fährt mit einem Hausarztmodell oft besser – weil die Ansprechperson immer dieselbe ist.
Welches Modell passt zu wem?
| Ihre Situation | Passendes Modell |
|---|---|
| Sie sind gesund, selten beim Arzt, mögen digitale Beratung | Telmed |
| Sie haben eine chronische Krankheit oder nehmen regelmässig Medikamente | Hausarztmodell |
| Sie möchten Ihren Hausarzt kennen und eine feste Ansprechperson | Hausarztmodell |
| Sie wollen jederzeit direkt zu jedem Spezialisten | Standard (freie Arztwahl) |
Hausarzt wechseln – Schritt für Schritt
Ein Wechsel der Hausarztpraxis ist in der Schweiz grundsätzlich jederzeit möglich, etwa nach einem Umzug oder wenn die Chemie nicht stimmt. So gehen Sie vor:
- Neue Praxis finden und fragen, ob sie neue Patientinnen und Patienten aufnimmt
- Im Hausarztmodell: prüfen, ob die neue Praxis auf der Liste Ihrer Krankenkasse steht, und den Wechsel der Kasse melden – manche Kassen verlangen dafür eine Frist
- Krankengeschichte übertragen: Sie haben ein Recht auf eine Kopie. Einfacher ist es, wenn Sie der neuen Praxis schriftlich erlauben, die Unterlagen direkt anzufordern
- Medikamentenliste und Impfausweis zum ersten Termin mitbringen
- Laufende Überweisungen und Termine bei Spezialisten der neuen Praxis mitteilen
Fristen bei der Krankenkasse
Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Wechsel der Hausarztpraxis und dem Wechsel der Krankenkasse oder des Modells:
- Krankenkasse wechseln: Die Grundversicherung kann auf Ende Jahr gekündigt werden, wenn die neue Prämie mitgeteilt wurde. Die Kündigung muss am letzten Arbeitstag im November bei der Kasse eingetroffen sein.
- Modell innerhalb derselben Kasse wechseln: Seit 2025 ist der Wechsel von der freien Arztwahl in ein günstigeres Modell bei vielen Versicherern auch unter dem Jahr möglich.
- Zurück in die freie Arztwahl geht in der Regel nur auf Ende Jahr.
Die Details unterscheiden sich je nach Krankenkasse – lassen Sie sich die Bedingungen schriftlich bestätigen.
Franchise und Selbstbehalt richtig wählen
Neben dem Modell beeinflusst die Franchise Ihre Prämie am stärksten. Erwachsene wählen zwischen 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken. Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie – dafür bezahlen Sie Arztbesuche, Medikamente und Labor bis zu diesem Betrag selbst. Danach tragen Sie zusätzlich 10 % der Kosten als Selbstbehalt, für Erwachsene höchstens 700 Franken pro Jahr.
| Wer | Oft sinnvoll |
|---|---|
| selten krank, finanzielle Reserven vorhanden | hohe Franchise (z. B. 2500) |
| regelmässige Arztbesuche, Dauermedikamente | tiefe Franchise (300 oder 500) |
| unsicher | Kosten der letzten zwei Jahre zusammenzählen und vergleichen |
Kombiniert mit einem Hausarztmodell ergibt das oft die günstigste Lösung, ohne auf eine feste ärztliche Betreuung zu verzichten.
Ihr erster Termin in einer neuen Praxis
Der erste Termin dauert etwas länger, weil wir Sie und Ihre Gesundheit kennenlernen möchten. Wir besprechen Vorerkrankungen, Operationen, Allergien, Medikamente und Impfungen und legen Ihr elektronisches Patientendossier an. Je nach Alter und Anliegen bieten wir einen Check-up mit Labor an.
- Versichertenkarte und Ausweis
- aktuelle Medikamentenliste oder die Packungen
- Impfausweis
- wichtige Berichte von Spitälern oder Spezialisten
- bei Hausarztmodell: Name der Krankenkasse und Versicherungsnummer
Keine Praxis nimmt neue Patienten auf – was tun?
In manchen Regionen der Schweiz ist es schwierig geworden, eine Hausarztpraxis zu finden. Hilfreich ist es, früh zu suchen – nicht erst, wenn man krank ist. Fragen Sie bei mehreren Praxen in der Umgebung nach, auch telefonisch, und lassen Sie sich auf eine Warteliste setzen. Kantonale Ärztegesellschaften und Online-Verzeichnisse zeigen, welche Praxen Kapazität haben. Bei akuten Problemen ohne eigene Hausarztpraxis helfen Notfallpraxen, Apotheken oder das Aerztefon 0800 33 66 55 weiter.
Neue Hausarztpraxis in Meilen
Die Praxis Altuntas nimmt neue Patientinnen und Patienten ab 10 Jahren auf – aus Meilen und der ganzen Region am Zürichsee. Ob unsere Praxis auf der Liste Ihres Hausarztmodells steht, sagt Ihnen Ihre Krankenkasse; gerne klären wir das auch mit Ihnen am Telefon.
Mit der Neu anmelden erfassen Sie Ihre Angaben bequem zu Hause, und auf Wunsch fordern wir Ihre Krankengeschichte bei der bisherigen Praxis an.
Wann sollten Sie zum Arzt?
- wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung eine Überweisung braucht – fragen Sie vorher
- wenn Sie neu in Meilen sind und eine Hausarztpraxis suchen
- bei Fragen zur Übertragung Ihrer Krankengeschichte
Häufige Fragen
Kann ich im Hausarztmodell direkt zum Spezialisten?
Nur in den Ausnahmen, die Ihre Kasse vorsieht – zum Beispiel im Notfall oder beim Frauenarzt. Sonst braucht es eine Überweisung.
Wie schnell kann ich den Hausarzt wechseln?
Im Standardmodell sofort. Im Hausarztmodell müssen Sie den Wechsel Ihrer Kasse melden; je nach Kasse gilt eine kurze Frist.
Lohnt sich Telmed?
Für Menschen, die selten krank sind, oft ja. Wer regelmässig ärztlich betreut wird, profitiert meist mehr von einer festen Hausarztpraxis.
Wie erhält meine neue Praxis meine Krankengeschichte?
Sie unterschreiben eine Einwilligung, danach fordert die neue Praxis die Unterlagen bei der bisherigen an.
Wo vergleiche ich die Prämien?
Am neutralsten auf priminfo.admin.ch, dem offiziellen Prämienrechner des Bundes.
Rufen Sie uns an – wir vereinbaren gerne Ihren ersten Termin.
Allgemeine Information, keine Diagnose. Notruf: 144.
Quellen
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Krankenversicherung – Versicherungsmodelle und Kündigungsfristen
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 41 und 62
- Beobachter, 15.01.2025: Krankenkassenmodell wechseln – das geht jetzt jederzeit
- priminfo.admin.ch – offizieller Prämienvergleich