Grippe oder Erkältung – der Unterschied
Eine Erkältung (grippaler Infekt) wird von vielen verschiedenen Viren ausgelöst und beginnt meist schleichend mit Halskratzen und Schnupfen. Die echte Grippe wird von Influenzaviren verursacht und trifft viele Betroffene «wie ein Schlag» – innerhalb weniger Stunden fühlen sie sich schwer krank.
| Merkmal | Echte Grippe (Influenza) | Erkältung |
|---|---|---|
| Beginn | plötzlich, innerhalb von Stunden | langsam, über 1–2 Tage |
| Fieber | häufig hoch, über 38,5 °C, mit Schüttelfrost | selten, eher leicht erhöht |
| Kopf- und Gliederschmerzen | stark | leicht |
| Husten | trocken, quälend | mässig, oft mit Schleim |
| Schnupfen | eher selten | typisch |
| Erschöpfung | ausgeprägt, oft über Wochen | gering |
| Dauer | rund 1 Woche, Erholung länger | etwa 1 Woche |
Auch Covid-19 kann sehr ähnlich verlaufen. Sicherheit bringt nur ein Test – sinnvoll vor allem dann, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören oder antivirale Medikamente in Frage kommen.
Typische Grippe-Symptome
Die Influenza zeigt sich meist mit einer Kombination aus diesen Beschwerden:
- plötzliches hohes Fieber, oft mit Schüttelfrost
- starke Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen – «alles tut weh»
- trockener Reizhusten, Hals- und Schluckweh
- ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche, Appetitlosigkeit
- bei Kindern manchmal Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
Wichtig: Nicht jede Influenza verläuft typisch. Ältere Menschen haben oft kaum Fieber, sind aber plötzlich verwirrt, schwach oder stürzen. Bei Kindern kann das Fieber sehr hoch steigen.
Wie ansteckend ist die Grippe?
Influenzaviren verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen – und über Hände, Türklinken oder Handys. Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden vergehen meist nur ein bis drei Tage.
Ansteckend ist man oft schon einen Tag bevor die Symptome beginnen und danach noch mehrere Tage, Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem auch länger. Bleiben Sie deshalb zu Hause, bis Sie mindestens einen Tag fieberfrei sind – Ihre Kolleginnen, Kollegen und älteren Angehörigen werden es Ihnen danken.
Wie lange dauert eine Grippe?
Die akute Phase mit Fieber dauert bei sonst gesunden Erwachsenen meist drei bis sieben Tage. Husten und Müdigkeit können aber noch zwei Wochen und länger anhalten. Planen Sie die Rückkehr zu Sport und voller Belastung deshalb schrittweise: Wer zu früh wieder trainiert, riskiert Rückfälle und im schlimmsten Fall eine Herzmuskelentzündung.
Was hilft bei Grippe?
- Ruhe: Bett oder Sofa, keine Arbeit, kein Sport
- Trinken: Wasser, Tee, Bouillon – bei Fieber verliert der Körper viel Flüssigkeit
- Fieber- und Schmerzmittel können Beschwerden lindern; bei Nieren-, Magen- oder Herzerkrankungen bitte vorher mit uns besprechen, welches Mittel geeignet ist
- Lüften und Abstand zu Mitbewohnenden halten
- Antibiotika helfen nicht gegen Viren – nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion
Für Menschen mit erhöhtem Risiko gibt es antivirale Medikamente. Sie wirken am besten, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden eingenommen werden. Melden Sie sich deshalb früh, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören.
Komplikationen und Risikogruppen
Die Grippe ist für die meisten unangenehm, aber harmlos. Bei manchen Menschen kann sie jedoch schwer verlaufen – mit Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung oder einer Verschlechterung bestehender Krankheiten wie Herzschwäche, Diabetes, Asthma oder Nierenleiden. Ein erhöhtes Risiko haben:
- Menschen ab 65 Jahren
- Personen mit chronischen Krankheiten von Herz, Lunge, Nieren oder Leber, mit Diabetes oder starkem Übergewicht
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Schwangere
- Frühgeborene in den ersten Lebensjahren
Grippeimpfung 2026: für wen?
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Grippeimpfung jedes Jahr allen Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko – also den oben genannten Risikogruppen. Ausserdem sollten sich alle impfen lassen, die beruflich oder privat engen Kontakt zu Risikopersonen haben: Gesundheits- und Pflegepersonal, Betreuende von Säuglingen, Angehörige von älteren oder chronisch kranken Menschen.
Auch wer kein erhöhtes Risiko hat, kann sich impfen lassen – zum Beispiel, um Krankheitstage zu vermeiden.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?
Ideal ist die Zeit von Mitte Oktober bis Mitte November. Der Schutz baut sich innerhalb von etwa zwei Wochen auf und hält über die ganze Saison. Haben Sie den Termin verpasst, lohnt sich die Impfung trotzdem – auch im Dezember oder Januar, solange die Grippewelle noch nicht vorbei ist.
Weil sich Influenzaviren ständig verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr neu zusammengestellt. Deshalb braucht es die Impfung jeden Herbst – eine Impfung vom Vorjahr schützt nicht zuverlässig.
Wirkung, Nebenwirkungen und Kosten
Die Grippeimpfung verhindert nicht jede Erkrankung, senkt aber das Risiko deutlich und macht schwere Verläufe, Spitalaufenthalte und Komplikationen seltener. Sie enthält keine vermehrungsfähigen Viren – eine Grippe kann man durch die Impfung nicht bekommen.
Häufige, harmlose Reaktionen sind eine Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle sowie für ein bis zwei Tage leichte Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen.
Für Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko übernimmt die Grundversicherung die Kosten der Grippeimpfung (abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Für alle anderen ist sie eine Selbstzahler-Leistung. Gerne sagen wir Ihnen vorab, was für Sie gilt.
Grippe vorbeugen im Alltag
- Hände regelmässig und gründlich mit Seife waschen
- in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge husten und niesen
- Abstand halten zu Menschen mit Atemwegsbeschwerden
- bei Fieber zu Hause bleiben
- Räume regelmässig lüften
- in der Grippesaison bei Besuchen im Spital oder Pflegeheim eine Maske tragen
Grippe bei Kindern
Kinder erkranken häufiger an Grippe als Erwachsene und tragen das Virus oft in die Familie. Typisch sind sehr hohes Fieber, Müdigkeit und manchmal Bauchschmerzen oder Erbrechen. Achten Sie besonders auf genügend Flüssigkeit: Ein Kind, das kaum trinkt, deutlich weniger Urin hat oder sehr schläfrig ist, gehört rasch zur Ärztin oder zum Arzt. Fiebersenkende Mittel für Kinder immer nach Gewicht dosieren – und Präparate mit Acetylsalicylsäure bei Kindern und Jugendlichen nicht ohne ärztlichen Rat geben.
Grippe in der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft verändert sich das Immunsystem, und die Grippe verläuft häufiger schwer – besonders im zweiten und dritten Drittel. Die Grippeimpfung ist deshalb für Schwangere ausdrücklich empfohlen und in jeder Phase der Schwangerschaft möglich. Ein schöner Nebeneffekt: Die Antikörper gehen auf das Kind über und schützen es in den ersten Lebensmonaten, in denen es selbst noch nicht geimpft werden kann.
Grippeimpfung in Meilen
In der Praxis Altuntas impfen wir ohne lange Wartezeit. Die Impfung dauert nur wenige Minuten. Buchen Sie online die Terminart «Impfung / Reise» oder rufen Sie uns an. Bringen Sie wenn möglich Ihren Impfausweis mit oder laden Sie ihn vorab hoch – dann prüfen wir gleich mit, ob Ihnen weitere Impfungen fehlen, etwa gegen Pneumokokken, Covid-19 oder Zecken.
Wann sollten Sie zum Arzt?
- bei Atemnot, Brustschmerzen oder bläulichen Lippen – sofort 144
- bei Verwirrtheit oder starker Schwäche, besonders bei älteren Menschen
- wenn das Fieber länger als drei Tage über 39 °C bleibt
- wenn es Ihnen nach Besserung plötzlich wieder schlechter geht
- wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören – möglichst früh
Häufige Fragen
Wie lange ist man mit Grippe ansteckend?
Meist ab etwa einem Tag vor Beginn der Beschwerden bis mehrere Tage danach. Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem können länger ansteckend sein.
Kann man trotz Grippeimpfung Grippe bekommen?
Ja, die Impfung schützt nicht zu hundert Prozent. Geimpfte erkranken aber seltener und meist weniger schwer.
Darf ich mich mit einer Erkältung impfen lassen?
Bei einem leichten Schnupfen ohne Fieber ja. Bei Fieber verschieben wir die Impfung um ein paar Tage.
Ab wann darf ich nach einer Grippe wieder arbeiten?
Wenn Sie mindestens einen Tag ohne fiebersenkende Mittel fieberfrei sind und sich ausreichend erholt fühlen.
Wie unterscheide ich Grippe und Covid-19?
An den Beschwerden allein kaum. Ein Test schafft Klarheit – wichtig vor allem für Risikopersonen.
Online die Terminart «Impfung / Reise» wählen – die Impfung dauert nur wenige Minuten.
Allgemeine Information, keine Diagnose. Notruf: 144.
Quellen
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Saisonale Grippe (Influenza) und Empfehlungen zur Grippeimpfung
- Schweizerischer Impfplan, aktuelle Ausgabe
- Universitätsspital Zürich: Grippe (Influenza)
- Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF)