Typische Symptome von Eisenmangel
Eisen braucht der Körper vor allem für den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), der Sauerstoff transportiert. Fehlt Eisen, zeigen sich die Beschwerden oft schleichend:
- anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme, verminderte Leistungsfähigkeit
- verstärkter Haarausfall, brüchige Nägel
- blasse Haut, eingerissene Mundwinkel
- Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen bei Belastung
- Unruhe in den Beinen (Restless Legs)
Viele dieser Symptome sind unspezifisch – sie können auch andere Ursachen haben. Deshalb ist eine Laboruntersuchung wichtig.
Ferritin: der wichtigste Laborwert
Das Ferritin zeigt, wie voll Ihre Eisenspeicher sind. Ein tiefer Ferritin-Wert ist das früheste Zeichen eines Eisenmangels – oft noch bevor das Hämoglobin sinkt.
Häufig gilt ein Ferritin unter etwa 30 µg/l als Eisenmangel. Die genauen Grenzwerte unterscheiden sich je nach Labor, Alter und Situation. Bei Entzündungen kann das Ferritin trotz Mangel normal erscheinen – deshalb beurteilen wir den Wert immer zusammen mit weiteren Laborwerten.
| Wert | Was er aussagt |
|---|---|
| Ferritin | Füllstand der Eisenspeicher |
| Hämoglobin | Ob bereits eine Blutarmut (Anämie) besteht |
| Transferrinsättigung | Wie viel Eisen im Blut transportiert wird |
| CRP | Ob eine Entzündung das Ferritin verfälscht |
Ursachen: Warum fehlt Eisen?
- Blutverlust, z. B. durch starke Menstruation
- erhöhter Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit
- eisenarme Ernährung, z. B. vegetarisch oder vegan ohne gezielte Planung
- verminderte Aufnahme, z. B. bei Zöliakie oder nach Magenoperationen
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt – deshalb klären wir bei Männern und Frauen nach der Menopause immer die Ursache ab
Tabletten oder Eiseninfusion?
In vielen Fällen genügen Eisentabletten. Sie werden am besten nüchtern und – nach neueren Erkenntnissen – oft nur jeden zweiten Tag eingenommen. Nachteil: Magen-Darm-Beschwerden und eine langsame Wirkung über Wochen bis Monate.
Eine Eiseninfusion ist sinnvoll, wenn Tabletten nicht vertragen werden, nicht genügend wirken, der Mangel ausgeprägt ist oder es rasch gehen muss. Ablauf, Kosten und mögliche Nebenwirkungen finden Sie auf unserer Seite zur Eiseninfusion.
Wann sollten Sie zum Arzt?
- bei anhaltender Müdigkeit ohne erkennbaren Grund
- bei verstärktem Haarausfall
- bei sehr starker oder langer Menstruation
- bei schwarzem Stuhl oder Blut im Stuhl – dann bitte rasch
Häufige Fragen
Welcher Ferritin-Wert ist zu niedrig?
Häufig gilt ein Wert unter etwa 30 µg/l als Eisenmangel. Die Grenzwerte hängen aber vom Labor, vom Alter und von Entzündungen ab – deshalb immer ärztlich beurteilen lassen.
Kann Eisenmangel Haarausfall verursachen?
Ja, ein tiefer Ferritin-Wert ist eine häufige Ursache für diffusen Haarausfall bei Frauen.
Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen?
Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und grünes Gemüse. Vitamin C – etwa ein Glas Orangensaft – verbessert die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen, Kaffee und Schwarztee hemmen sie.
Eine kurze Blutentnahme in Meilen genügt – das Resultat besprechen wir persönlich.
Allgemeine Information, keine Diagnose. Notruf: 144.
Quellen
- Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM), Smarter Medicine / Empfehlungen zu Eisenmangel
- Swissmedic, Arzneimittelinformation intravenöse Eisenpräparate
- Stoffel NU et al., Lancet Haematology 2017: Eisenaufnahme bei Gabe an alternierenden Tagen