LDL, HDL und Triglyzeride
| Wert | Rolle |
|---|---|
| LDL-Cholesterin | das «schlechte» Cholesterin – Hauptziel der Behandlung |
| HDL-Cholesterin | transportiert Cholesterin zurück zur Leber |
| Triglyzeride | Blutfette, steigen bei Zucker, Alkohol, Übergewicht |
| Lipoprotein(a) | erblicher Risikofaktor – einmal im Leben messen |
Entscheidend für das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall ist vor allem das LDL. Ein hohes HDL schützt nicht so zuverlässig, wie man früher dachte.
Welcher Zielwert gilt für mich?
Einen für alle gültigen Normwert gibt es nicht. Die europäischen Leitlinien richten das LDL-Ziel nach dem Gesamtrisiko – berechnet aus Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, Familiengeschichte und Nierenfunktion:
| Risiko | LDL-Ziel (mmol/l) |
|---|---|
| sehr hoch, z. B. nach Herzinfarkt | unter 1,4 |
| hoch | unter 1,8 |
| mittel | unter 2,6 |
| tief | unter 3,0 |
Für die Schweiz eignet sich der Risikorechner der Arbeitsgruppe Lipide und Atherosklerose (AGLA). Wir berechnen Ihr Risiko gemeinsam in der Sprechstunde.
Ursachen für hohes Cholesterin
- Veranlagung – bei familiärer Hypercholesterinämie oft sehr hohe Werte schon in jungen Jahren
- Ernährung mit viel gesättigten Fetten
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen, Diabetes
Cholesterin senken: was wirkt
Mit Lebensstil lässt sich das LDL um etwa 10 bis 20 % senken:
- gesättigte Fette (fettes Fleisch, Wurst, Butter, Rahm) durch Olivenöl, Nüsse und Fisch ersetzen
- mehr Ballaststoffe: Hafer, Hülsenfrüchte, Gemüse
- regelmässige Ausdauerbewegung
- Rauchstopp, Gewicht reduzieren
Reicht das nicht oder ist das Risiko hoch, kommen gut untersuchte Medikamente zum Einsatz. Ziel ist nicht ein «schöner» Laborwert, sondern weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Familiäre Hypercholesterinämie: wenn es in der Familie liegt
Etwa eine von 250 Personen hat eine erbliche Form, die familiäre Hypercholesterinämie. Das LDL ist dabei oft schon in der Kindheit stark erhöht, Herzinfarkte können vor dem 50. Lebensjahr auftreten. Hinweise sind ein LDL über 4,9 mmol/l, frühe Herzinfarkte bei Eltern oder Geschwistern und Fettablagerungen an Sehnen oder Augenlidern. Wird die Diagnose gestellt, lohnt es sich, auch Kinder und Geschwister zu testen.
Lipoprotein(a) – einmal im Leben messen
Lipoprotein(a) ist ein eigenständiger, weitgehend erblicher Risikofaktor. Er lässt sich mit Ernährung kaum beeinflussen, verändert aber die Einschätzung des Gesamtrisikos. Die europäischen Leitlinien empfehlen, ihn mindestens einmal im Erwachsenenalter zu bestimmen – besonders bei frühen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie.
Ablauf der Lipid-Sprechstunde
- Nüchternheit ist für die meisten Werte nicht nötig
- Blutentnahme: Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyzeride, bei Bedarf Lipoprotein(a)
- Risikoberechnung mit Blutdruck, Rauchen, Diabetes und Familiengeschichte
- persönliches LDL-Ziel und Plan: Lebensstil, Medikamente, Kontrollen
Bei bereits bekannter Gefässverkalkung oder Diabetes sprechen wir auch über Blutdruck und Blutzucker – die Risikofaktoren verstärken sich gegenseitig.
Wann sollten Sie zum Arzt?
- bei einem LDL über 4,9 mmol/l – Verdacht auf familiäre Form
- bei Herzinfarkt oder Schlaganfall in jungen Jahren in der Familie
- wenn Sie Diabetes, Bluthochdruck oder eine Nierenkrankheit haben
Häufige Fragen
Ab wann ist Cholesterin zu hoch?
Das hängt vom persönlichen Risiko ab. Für Menschen mit tiefem Risiko gilt ein LDL unter 3,0 mmol/l als Ziel, nach einem Herzinfarkt unter 1,4 mmol/l.
Kann man Cholesterin ohne Medikamente senken?
Teilweise ja – mit Ernährung und Bewegung um etwa 10 bis 20 %. Bei hohem Risiko oder erblicher Veranlagung reicht das meist nicht.
Was ist ein Lipidologe?
Eine Ärztin oder ein Arzt mit spezieller Weiterbildung für Fettstoffwechselstörungen – Abdurrahman Altuntas ist Lipidologe DGFF.
Muss ich für die Cholesterinmessung nüchtern sein?
Für die meisten Werte nicht. Nur bei sehr hohen Triglyzeriden wiederholen wir die Messung nüchtern.
Ist Cholesterin aus Eiern schädlich?
Für die meisten Menschen beeinflusst das Cholesterin aus der Nahrung den Blutwert weniger stark als gesättigte Fette. Ein Ei pro Tag ist in der Regel unproblematisch.
Risiko berechnen und Werte einordnen – beim Lipidologen in Meilen.
Allgemeine Information, keine Diagnose. Notruf: 144.
Quellen
- 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias (inkl. Update 2025)
- Arbeitsgruppe Lipide und Atherosklerose (AGLA), Risikorechner
- Schweizerische Herzstiftung – Cholesterin