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Niere & Blutdruck

Kreatinin und eGFR: Nierenwerte einfach erklärt

Auf vielen Laborberichten stehen «Kreatinin» und «eGFR». Doch was bedeuten diese Nierenwerte – und wann sollte man sie abklären lassen? Ein Überblick vom Facharzt für Nephrologie.

Abdurrahman Altuntas · Facharzt FMH
Stand 04.11.2026 · 6 Min. Lesezeit

Was ist Kreatinin?

Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus dem Muskelstoffwechsel. Gesunde Nieren scheiden es zuverlässig über den Urin aus. Funktionieren die Nieren schlechter, steigt das Kreatinin im Blut an.

Wichtig: Der Kreatininwert hängt auch von der Muskelmasse ab. Muskulöse Menschen haben oft etwas höhere Werte, sehr schlanke oder ältere Menschen eher tiefere – ein «normales» Kreatinin schliesst deshalb eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht immer aus.

Was ist die eGFR?

Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) wird aus Kreatinin, Alter und Geschlecht berechnet. Sie schätzt, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern – und ist damit aussagekräftiger als das Kreatinin allein.

eGFR (ml/min/1,73 m²)Bedeutung
90 und mehrnormale Nierenfunktion
60–89leicht eingeschränkt – oft altersbedingt, abhängig von weiteren Befunden
45–59leicht bis mittelgradig eingeschränkt
30–44mittelgradig bis stark eingeschränkt
15–29stark eingeschränkt
unter 15Nierenversagen

Von einer chronischen Nierenkrankheit spricht man, wenn die eGFR über mehr als drei Monate unter 60 liegt oder andere Nierenschäden (z. B. Eiweiss im Urin) bestehen.

Kreatinin erhöht – was kann dahinterstecken?

  • vorübergehend: zu wenig getrunken, Durchfall, Fieber, intensiver Sport, viel Fleisch
  • Medikamente, z. B. bestimmte Schmerzmittel (NSAR) oder Blutdruckmittel
  • Bluthochdruck und Diabetes – die häufigsten Ursachen chronischer Nierenkrankheiten
  • Nierenentzündungen, Zysten, Harnabflussstörungen

Ein einzelner erhöhter Wert bedeutet noch keine Nierenkrankheit. Entscheidend ist der Verlauf – deshalb kontrollieren wir den Wert und ergänzen eine Urinuntersuchung.

Eiweiss im Urin – das unterschätzte Warnzeichen

Neben Kreatinin und eGFR ist das Eiweiss (Albumin) im Urin ein wichtiger Nierenwert. Es kann eine Nierenschädigung früh anzeigen – oft lange bevor die eGFR sinkt. Besonders bei Diabetes und Bluthochdruck sollte es regelmässig gemessen werden.

Was kann man selbst für die Nieren tun?

  • Blutdruck gut einstellen – idealerweise mit Heimmessungen
  • Blutzucker bei Diabetes gut kontrollieren
  • Nicht rauchen, normales Körpergewicht anstreben
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen nicht dauerhaft ohne Rücksprache einnehmen
  • ausreichend, aber nicht übermässig trinken – sofern ärztlich nichts anderes empfohlen

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei einer eGFR unter 60 oder einem deutlich steigenden Kreatinin
  • bei Eiweiss oder Blut im Urin
  • bei Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenkrankheiten in der Familie
  • bei Schwellungen der Beine, schäumendem Urin oder deutlich weniger Urin

Häufige Fragen

Ab welchem Kreatinin-Wert ist es gefährlich?

Das hängt von Alter, Muskelmasse und Verlauf ab. Aussagekräftiger ist die eGFR. Bei einer eGFR unter 60 oder einem raschen Anstieg sollte abgeklärt werden.

Kann sich eine eingeschränkte Nierenfunktion erholen?

Bei einer akuten Ursache (z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamente) oft ja. Bei chronischen Nierenkrankheiten lässt sich das Fortschreiten mit guter Behandlung häufig deutlich verlangsamen.

Was ist ein Nephrologe?

Ein Facharzt für Nierenkrankheiten, Bluthochdruck sowie Wasser- und Elektrolythaushalt.

Nierenwerte abklären lassen

Als Nephrologe beurteilt Abdurrahman Altuntas Ihre Werte direkt in Meilen – mit Labor, Urin und Ultraschall.

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Quellen
  • KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease
  • Schweizerische Gesellschaft für Nephrologie (SGN)
  • Schweizerische Nierenstiftung – Informationen zu Nierenwerten