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Niere & Blutdruck

Nierensteine und Nierenschmerzen: Symptome und Hilfe

Etwa jede zehnte Person bekommt im Leben einmal einen Nierenstein. Wandert er in den Harnleiter, löst er eine Kolik aus – einen der stärksten Schmerzen überhaupt. Wie man Nierenschmerzen von Rückenschmerzen unterscheidet und was hilft.

Abdurrahman Altuntas · Facharzt FMH
Stand 04.11.2026 · 6 Min. Lesezeit

Nierenschmerzen oder Rückenschmerzen?

Merkmaleher Niereeher Rücken
Ortseitlich unter den Rippen (Flanke)Mitte, tiefer Rücken
BewegungSchmerz bleibt in jeder Lagebesser oder schlechter je nach Haltung
BegleitzeichenFieber, Blut im Urin, Übelkeitoft Verspannung, nach Belastung

Nierenschmerzen können neben Steinen auch von einer Nierenbeckenentzündung oder einem Harnstau kommen.

Symptome einer Nierenkolik

  • plötzliche, wellenartige, sehr starke Schmerzen in der Flanke
  • Ausstrahlung in Leiste, Hoden oder Schamlippen
  • Unruhe – Betroffene können kaum stillliegen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blut im Urin, häufiger Harndrang

Wann ist es ein Notfall?

Eine Kolik mit Fieber oder Schüttelfrost ist ein Notfall: Hinter dem Stein kann sich Urin stauen und infizieren. Dann sofort ins Spital – nachts oder am Wochenende über die Notfallnummer. Ebenso dringend: Koliken bei nur einer funktionierenden Niere oder wenn kein Urin mehr kommt.

Abklärung und Behandlung

Mit Ultraschall sehen wir in der Praxis, ob die Niere gestaut ist. Dazu kommen Urin- und Blutwerte. Kleine Steine bis etwa 5 mm gehen oft von selbst ab – mit Schmerzmitteln, viel Bewegung und gegebenenfalls einem Medikament, das den Harnleiter entspannt. Grössere Steine entfernt die Urologie.

Wird ein abgegangener Stein aufgefangen, lässt er sich analysieren – das ist wichtig für die Vorbeugung.

Nierensteinen vorbeugen

  • 2,5 bis 3 Liter pro Tag trinken, verteilt über den Tag – heller Urin ist ein gutes Zeichen
  • Salz und tierisches Eiweiss mässig
  • Kalzium nicht weglassen: normale Milchprodukte schützen eher
  • bei Übergewicht abnehmen

Nach mehreren Steinen sucht der Nephrologe nach Stoffwechselursachen – zum Beispiel erhöhte Harnsäure oder Kalzium im Urin.

Welche Arten von Nierensteinen gibt es?

SteinartHäufigkeitTypische Ursachen
Kalziumoxalatam häufigstenwenig Trinken, viel Salz, Darmerkrankungen
Harnsäurehäufig bei Gichthohe Harnsäure, saurer Urin
KalziumphosphatseltenerStoffwechselstörungen
Infektsteineseltenwiederkehrende Harnwegsinfekte

Harnsäuresteine lassen sich oft mit Medikamenten auflösen, die den Urin weniger sauer machen – deshalb lohnt sich die Steinanalyse.

Zurück nach der Kolik: was nun?

Wer einmal einen Stein hatte, bekommt mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 % innerhalb von zehn Jahren einen weiteren. Nach einem ersten Stein genügen meist Trinkmenge und Ernährung. Bei wiederholten Steinen, Steinen in jungen Jahren oder bei Gicht machen wir eine genauere Abklärung mit Blut- und 24-Stunden-Urin. So finden wir heraus, welche Stoffe zu stark ausgeschieden werden, und können gezielt vorbeugen.

Wann sollten Sie zum Arzt?

  • bei kolikartigen Flankenschmerzen
  • sofort bei Kolik mit Fieber oder Schüttelfrost
  • bei Blut im Urin
  • nach wiederholten Nierensteinen zur Ursachensuche

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ein Nierenstein abgeht?

Kleine Steine gehen oft innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ab. Bleibt ein Stein länger stecken oder staut er die Niere, muss er entfernt werden.

Was hilft sofort bei einer Nierenkolik?

Wärme und Bewegung können lindern, entscheidend sind wirksame Schmerzmittel. Bei Fieber gilt: sofort ärztliche Hilfe.

Kann man Nierensteine wegtrinken?

Kleine Steine ja, viel Trinken hilft beim Abgang und vor allem bei der Vorbeugung. Grosse Steine lassen sich nicht wegtrinken.

Welches Getränk ist bei Nierensteinen am besten?

Wasser und ungesüsste Tees. Zitronensaft im Wasser kann bei bestimmten Steinarten vorbeugend wirken. Süssgetränke sollten Sie meiden.

Nieren untersuchen lassen

Ultraschall, Urin und Nierenwerte beim Nephrologen in Meilen.

Nieren-Sprechstunde

Allgemeine Information, keine Diagnose. Notruf: 144.

Quellen
  • European Association of Urology (EAU) Guidelines on Urolithiasis
  • Schweizerische Gesellschaft für Nephrologie (SGN)
  • KDIGO – Nierensteine und Nierenfunktion